Indie, Progessive, Rock, Future Pop, Synthie … stellt sich die Frage, was ich da mache. Und wahrscheinlich hat sich mein T-Shirt auf dem Konzert von Xul Zolar und iull im Café Wagner die gleiche Frage gestellt. Manchmal reichen wenige Trigger aus. Hier die Worte Progressive und der musikalische Vergleich mit einigen bekannten Namen. Naja, und der faire Ticketpreis.

Musikalisch also etwas riskant. Von beiden Bands noch nie etwas gehört und auch vorher aus Zeitgründen nicht mal testweise reingehört. Und dann stand ich da zu Xul Zolar und iull im Wagner. Eine Analyse.

iull

Eine Vorband namens iull. Optik: sehr retro, aber das trägt man heute wohl wieder so. Die Musik? Ein Ausflug durch verschiedene Stilrichtungen. Immer in der synthetische Elektronic. Mal ziemlich 80ies, dann sehr Filmmusik, etwas Funk, mal sehr Daft Punk oder Stardust und zwischendurch sehr clubbig (das ist möglicherweise gar kein richtiges Wort. Ich meine eben Musik, die ich erwarte würde, wenn ich in einen Club gehen würde. House-artiges. Was ich deshalb einfach nicht tue. Also in Clubs gehen.). Und ganz ehrlich, am Anfang war ich skeptisch, das klang wie ein Experiment aus Modern Talking und den Anfängen des Synthie Pop. Dann kamen so Anwandlung von Filmmusik aus den 80ern, gemischt mit Erasure, den seichten Apoptigma-Stücken – und das war wirklich gut.

Dann fing irgendwie der House-Teil an und der ging gar nicht. Für mich. OK, es gab Teile des Publikums, dem hat es offensichtlich gefallen – wahrscheinlich alterstechnisch genau die Club-Zielgruppe – aber künstlerisch war es eben schwach. Sehr beliebig, nichts eigenes. Aber zu meiner großen Freude war das letzte Stück noch einmal ordentlich geliefert. Gute Vorstellung.

Xul Zolar

Der Name hätte möglicherweise auch für eine Metal-Band gepasst, hier ging es aber um leicht abstraktes, schweres, tiefes, surreales. Eben schon passend zum namensgebenden Künstler Xul Zolar.

Puerto Azul, © Museo Xul Solar, http://www.xulsolar.org.ar

Puerto Azul, © Museo Xul Solar, http://www.xulsolar.org.ar

Und auch hier eine Reise, die aber immer wieder jäh unterbrochen wurde. Ich bin es einfach nicht mehr gewohnt, dass ein Lied einfach nach 3 Minuten aufhört. Also für mich quasi direkt im Intro, wenn es anfängt richtig gut zu werden. Es waren ein paar wirklich gute Stücke dabei, Hex zum Beispiel:

Aber auch hier merke ich schnell, dass das ganze Live doch noch mal eine andere Liga ist. Die Eindringlichkeit und Atmosphäre der Performance geht in Konserve einfach verloren. So sehr, dass ich mir die meisten Stücke nicht auf Platte anhören würde. Aber live war das ganze ein sehr schöner Abend.

Fazit

Ich und mein Shirt haben möglicherweise nicht ganz gepasst, aber ich war da. Und es war ein guter Abend. Von daher eine redlich verdiente Wertung:

👕👕👕👕

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