Kazdoura aus Toronto machen auf dem Papier Turkish/Arabic Psych-Funk, was als Genre-Bezeichnung erstmal nett klingt, aber komplett unterschätzt, wie gut das tatsächlich funktioniert. Traditionelle arabische Tonleitern und Gesang über Funk- und Soul-Grooves. Hat gestern im Trafo live komplett funktioniert.
Der Grund ist relativ einfach zu benennen, auch wenn er live ziemlich was mit einem macht: die Musik ist vorne komplett poppig und funky, fast leicht. Man will dazu tanzen, der Groove zieht einen ohne Widerstand mit. Aber die Stimme und die Tonleitern darunter erzählen eine andere Geschichte. Diese arabischen Skalen klingen per se nach Schwere, nach Trauer, nach was Unaufgelöstem, völlig unabhängig vom Text. Und genau dieser Bruch zwischen fröhlichem Sound und melancholischem Klangkörper ist der eigentliche Twist, der mich bei dieser Musik abholt.
Die Stimme: grandios, kein anderes Wort dafür. Die Instrumentierung dahinter treibt konstant, mit genug elektronischer Textur, dass es nie museal wirkt, sondern nach einer Band, die weiß, wo sie hinwill. Live hatten die Stücke vom Debütalbum noch mehr Schub als auf Platte. Und der Saal hat irgendwann kollektiv aufgehört, zu sitzen. Trafo ist ja eher der Ort für Zuhören …
Wer die Chance kriegt, das live zu sehen: nehmen, nicht überlegen.
Eines der besten Konzerte der letzten Zeit für mich. Ganz klare
👕👕👕👕👕👕
Kommentare von Alexander Neuhausen
Angeschaut: Iron Sky Rough Cut
youtube.com/watch?v=SvfPVzU1lRw
Zeit zum Kochen 63: Hochstapler-Burger
Ja, hier war nach längerer Zeit mal wieder Fleisch dran. ...
Zeit zum Kochen 33: Sake Chazuke
Da die Frage kam ... beim Rezept habe ich mich, ...