Nach echt zu langer kultureller Dürre endlich wieder mal anspruchsvolle Unterhaltung mit A Clockwork Orange im TV-Club Leipzig. Nach Ich bin das Tier war das auch ein absoluter No-Brainer, dieses Stück der Cammerspiele war schon ziemlich nice. Und mit dem riesigen Brachgelände um den TV-Club kann pandemie-technisch ja nicht so viel komplett aus dem Ufer laufen – hofft man zumindest. Aber auf jeden Fall mal wieder Kultur. Live. Mit abends weggehen. Ein Traum!!!

A Clockwork Orange

Der Film von Stanley Kubrik ist vielen sicherlich bekannt, das Buch A Clockwork Orange vielleicht nicht mehr so vielen, aber die Simpsons Parodie sollte man schon mal gesehen haben …

Und A Clockwork Orange wurde doch mehrfach zitiert …

Egal, jetzt war ja Theater angesagt. Und hier kann man natürlich frei interpretieren und so gab es mal keine weiße Kleidung und auch 1 Droog mehr zu Beginn als erwartet. Aber sowohl Sprache als auch Szenen waren wunderbar eingefangen, trotz der überschaubar komplexen Requisite. Aber etwas auf die Fantasie des Publikums zu setzen, ist ja absolut legitim, ist ja schließlich nicht Kino …

Und das war offensichtlich so gut nachvollziehbar, das die Begleitung, die A Clockwork Orange tatsächlich nicht kannte, dem Stück wirklich folgen konnte, auch bei den wirren Stellen.

Auch etwas Interaktivität gab es, so wurde im Stück dann das Publikum auf einzelne Szenen aufgeteilt und mann war irgendwie gezwungen in der Pause mit anderen zu reden, wenn man wissen wollte, was da passiert ist …

TV-Club

Eigentlich eine nette Geschichte das Areal, auch wenn ich vorher nie dort war und auch nicht nochmal hinkommen werden. Das Standardprogramm dort ist einfach nix für mich, obwohl es nur ein paar Laufminuten von der Wohnung weg ist. Und durch das Bauvorhaben weiß ich auch gar nicht, ob das Ding überhaupt dort bleibt oder für überteuerte Wohnungen und Gewerbeflächen geopfert wird. Kultur braucht ja glücklicherweise niemand, wenn man dafür gentrifiziert direkt in der Einflugschneise vom Kopfbahnhof wohnen darf.

Fazit

Gutes Sück. A Clockwork Orange hat mich nicht so umgehauen wie damals Herr der Fliegen, in dem das ganze Thema Gewalt und Moral noch intensiver gezeichnet war, aber verdammt, das war schon ein gutes Stück. Absolut sehenswert, also ganz klar:

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