Nach einer kleinen Pause nun endlich wieder Hörkultur. Mit Turia, Nytt Land und Sordide im Bandhaus Leipzig auch gleich eine Perle: Zelebration der beinahe hypnotischen Monotonie in verschiedenen Genres. Genau meine Baustelle …
Turia, Nytt Land und Sordide im Bandhaus Leipzig
Einmal archaischer Ambient / Dark Folk / Ritual aus Russland, einmal Metal aus Frankreich und einmal Black Metal aus den Niederlanden. Ein auf und ab der GefĂĽhle und eine wahre Freude fĂĽr die Ohren …

Sordide

Auftakt mit Sordide aus Frankreich, angekĂĽndigt als Raw Black Metal, war schon mal ein ordentlicher Start, aber eigentlich kein Black, schon gar nicht Raw. Die ersten StĂĽcke klangen eher wie die frĂĽhen Motörhead – aber in doppelt schnell und alle singen mit. Dann ging es eher in die Ecke Sludge und zum Schluss nochmal ordentlich Geballer – und mit eine Prise Humor. Gitarrensolos, Breakdowns – also vieles das Metal zu Gepose macht, wurde einfach durch brachiale Geschwindigkeit besser gemacht. Da haben dann die textuellen AnkĂĽndigungen fĂĽr Sordide á la chaotisch, aufgedreht, progressiv und avantgardistisch also nicht zu viel versprochen.

Nytt Land

Danach ging es mit Nytt Land in eine komplett andere und unerwartete Richtung – ich hab vorher eben nicht reingehört. Ein in Summe absolut stimmiger Auftritt – auch wenn ein Schlagzeuger wohl durch einen Drumcomputer ersetzt wurde.
Ein unglaublich interessantes Set an Instrumenten, von Holzklotz und Maultrommel bis Schamanentrommel und Rassel unterschiedlicher Couleur. Dazu hypnotische Gesangsstimme und Kehlkopfgesang.

Sehr nices Set, bei Nytt Land gab es wirklich nix negatives zu reĂĽssieren.

Turia

Zum Schluss und beinahe ausschlieĂźlicher Grund fĂĽr den Besuch im Bandhaus dann Turia. Zuletzt im IFZ gesehen, gab es also indiskutabel Anwesenheitspflicht. Atmosphärischer und irgendwann hypnotisch-monotoner Lo-Fi Black Metal vom Feinsten. Nach den ersten beiden StĂĽcken war ich kurz irritiert – fĂĽnf Minuten pro StĂĽck schienen mir irgendwie zu kurz und beinahe falsch, aber ab dem dritten StĂĽck haben Turia dann richtig aufgedreht.
Und dazu die so unglaubliche und zehrende Stimme … traumhaft!

NatĂĽrlich wie es sich gehört mit ordentlich Schädeln, Hörnern, Kerzen und Räucherwerk. Netter Nebeneffekt: der Geruch von Weihrauch ĂĽberdeckt herrlich sonst unangenehmen Raumduft eines Metal-Konzertes …

Fazit

Bunter Mix mit etwas für jeden, auch wenn natürlich nicht das Standard-Metal-Programm. Aber Repetition und hypnotische Monotonie ist auch ein schönes Verbindungselement. Daher ganz klare

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